1976 kam das Wing Tsun durch Keith R. Kernspecht, dem ersten deutschen Schüler von Leung Ting, nach Deutschland und in Kiel wurde in Anlehnung an die IWTA von Leung Ting (International Wing Tsun Association) die EWTO (European Wing Tsun Organisation) gegründet. Die EWTO hat maßgeblich zur starken kommerziellen Verbreitung der Kampfkunst Wing Tsun in Europa beigetragen. Mittlerweile gibt es zwar zahlreiche Verbände, Schulen, Vereine und Einzellehrer, die sich der Verbreitung des Wing Tsun verschrieben haben aber, anders als bei vielen Sportarten gibt es derzeit nicht einen Wing-Tsun-Dachverband, sondern zahlreiche konkurrierende Verbände und Schulen.

Da es für die kantonesische Sprache bislang keine einheitlichen, überall anerkannten Transkriptionsregeln zur Übertragung in die lateinische Schrift gibt, existieren zahlreiche Schreibweisen für die Kampfkunst Wing Tsun, die sich aber in der Regel phonetisch sehr ähnlich sind. Dieses Problem wurde vor allem in jüngster Zeit noch dadurch verstärkt, dass Wing Tsun durch zunehmende Popularität immer intensiver kommerziell verwertet wurde und einige Schreibweisen in manchen Ländern als Warenzeichen angemeldet wurden.

Die Schreibweise Ving Tsun wird international häufig als übergreifende Bezeichnung aller auf Großmeister Yip Man zurückgehenden Stile benutzt. In Europa hat sich allerdings Wing Chun als übergreifende Bezeichnung weitgehend durchgesetzt. In Deutschland werden heutzutage zahlreiche Namensvarianten verwendet, wie sie auch im Artikel "klassisches und nicht klassisches Wing Tsun" zu finden sind.

Im direkten Umfeld Yip Mans wurden die folgenden Schreibweisen geprägt:

Ving Tsun (VT) wurde von Yip Man selbst verwendet. Hintergrund für diese Namenswahl war vermutlich das „V“ von Victory (engl. „Sieg“).

Wong Shun Leung und Moy Yat übernahmen diese Schreibweise.

Wing Chun wird von Yip Mans Söhnen Yip Ching und Yip Tsun und den direkten Schülern Lo Man Kam und Lok Yiu verwendet. In Europa wird Wing Chun meist als übergreifende Bezeichnung benutzt.

Wing Tsun (WT) steht für den Stil von Yip Mans Schüler, Leung Ting und damit für den Ursprungsstil in Deutschland.

Aus markenrechtlichen Gründen und um sich von anderen Schulen und Verbänden abzugrenzen, sind weiterhin andere zahlreiche Schreibweisen gebräuchlich, so z. B. Wing Tzun, Wing Tsung, Wing Shun, Wing Tsung, Ving Tsung, Wyng Tjun, aber auch gänzlich andere Namen, wie z. B. Taonamics, Missing Link oder auch andere Ableger des Wing Tsun Systems, wie das Wing Revolution, die mittlerweile auf den Markt gebracht wurde. Wie viel jedoch von dem ursprünglichen, echten Stil Yip Mans hier noch enthalten ist und Lücken innerhalb des Wissens der Lehrer mit Fremdtechniken gefüllt wurden, kann schwer beurteilt werden.

 

 

Achtung: Auf diesem Video wird gezeigt, wie Dai-Sifu Leung Ting das Wing Tsun System nach Europa brachte. Dai-Sifu Leung Ting ist der erste Sifu von Michael Derpsch gewesen, aus diesem Grund trägt unsere Schule heute noch den Namen "Fachschule für Wing Tsun". Heute lernt und lehrt Sifu Michael Derpsch die Essenz seiner Erfahrungen aus allen Schreibweisen heraus (VT, WC usw.) und lernt bei allen Linien von Grandmaster Yip Man.

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